Dem jeweiligen Trainingsziel entsprechend, benutzen wir unterschiedliche Waffensimulatoren in Kombination mit verschiedenen historischen und modernen Rüstungselementen. Neben Polsterwaffen, Holzschwertern und Shinais trainieren wir mit stumpfen Nachbildungen historischer Originale. Scharfe Waffen werden für Schnittests eingesetzt. Bei der Anschaffung von Waffen und Ausrüstung sind wir gern behilflich.
Schwerpunktmäßig wird der Kampf mit dem beidhändig geführten langen Schwert und dem einhändig geführten Schwert trainiert, letzteres gern in Verbindung mit Schild oder Buckler. Aber auch Äxte, Dolche und Säbel befinden sich in unserem Arsenal. Weiterhin werden auch Dolch- und Speerfechten trainiert.
Da zum einen das Sparring immer schon einen wesentlichen Teil unserer Bemühungen ausmachte und ferner viele Kampftechniken nur mit Stahl in voller Geschwindigkeit funktionieren, ist eine angemessene Schutzausrüstung unumgänglich. Kampfhandschuhe, Helme und Fechtmasken sowie verschiedene Formen der Körperrüstung kommen zum Einsatz. Allerdings sparren wir immer wieder auch ohne oder nur mit minimaler Ausrüstung, um Gefahrenbewußtsein und Präzision zu schulen.
Video: Sparring Equipment (auf Englisch)
Lange Schwerter (Stahl)
Um historische Techniken möglichst authentisch zu rekonstruieren, benutzen wir Stahlschwerter, die den historischen Originalen so nahe wie möglich kommen sollen. Die meisten Schwertrepliken sind jedoch zu schwer, da sie aus Sicherheitsgründen eine 2 bis 3 mm breite Schlagkante aufweisen. Dieses im Vergleich zur scharfen Waffe zusätzliche Material schlägt sich naturgemäß in größerem Gewicht nieder.
Aus diesem Grund stellen unsere Stahlschwerter einen Kompromiß dar: Um ein möglichst historisches Gewicht (etwa 1500 bis 1900 g) zu erzielen, muß die Klinge entweder in der Breite schlanker werden oder bei gleicher Breite eine tiefere und/oder längere Hohlkehle bekommen.
Lange Schwerter (Aluminium)
Da sich logischerweise nur ein Schwert aus Stahl wie ein historisches Original verhalten kann, stellen Schwertsimulatoren aus anderen Materialien immer einen Kompromiß dar. Der Umgang mit einem Stahlschwert setzt eine hohe Kenntnis und Kontrolle über die Waffe voraus, um allein durch die Energie, die mit einem Hieb erzielt werden kann, Verletzungsrisiken zu vermeiden.
Gelegentlich verwenden wir Schwerter aus Aluminium, die mit
etwa
1,4 kg
nur etwas
leichter als unsere
Stahlschwerter
sind.
Die Schlagkanten
sind
mit 6
mm wesentlich
dicker,
und auch der Ort ist deutlich breiter.
Lange Schwerter (Holz)
Holzschwerter stellen zwar eine historische Trainingswaffe dar, da sie sich aber recht behäbig und wenig dynamisch verhalten, verwenden wir sie lediglich für das Einstudieren der korrekten Hiebtechnik und für manche Übungen aus dem Band (wie z.B. das Winden).
Für den Freikampf sind sie ungeeignet, da Holzschwerter zwar aufgrund des geringen Gewichts und der sehr breiten und abgerundeten Schlagkante das Verletzungsrisiko in Bezug auf Hiebe verringern mögen; jedoch stellen Stiche eine weit größere Gefahr dar, da sich ein Holzschwert im Gegensatz zum Stahlschwert überhaupt nicht biegen und so Energie ableiten kann.
Da splitternde Schwerter eine weitere Gefahr bedeuten, empfiehlt es sich, Klingen und Kreuzstangen mit stabilem Klebeband zu umwickeln.
Schwerter (Stahl)
Für unsere einhändig geführten Stahlschwerter gilt im wesentlichen das gleiche wie für die langen Schwerter. Allerdings verwenden wir sie auch und sogar bevorzugt im Freikampf.
Da sie aufgrund ihrer einhändigen Benutzung und des
geringeren
Gewichts (ca. 1100 g) eine deutlich geringere Durchschlagskraft
als lange
Schwerter haben, eignen sie sich hierfür ausgezeichnet
und sind
aus den genannten Gründen allen Schwertsimulatoren
aus anderem
Material überlegen.
Lange Messer (Stahl)
Auch bei den Langen Messern versuchen wir, die Techniken
mit möglichst authentischen Trainingswaffen zu studieren.
Die Stahlmesser
haben
ein Gewicht
von etwa
900 bis 1000 g und eignen sich sehr gut für Übungen
und den
Freikampf.
Das abgebildete Paar wurde auf Basis von eigenen Zeichnungen
und Berechnungen
als Auftragsarbeit
handgeschmiedet. Die Abbildungen in der umfangreichsten Quelle
zum Langen Messer, dem Fechtbuch Cgm 582 von Johannes Lecküchner,
dienten als Vorbild. Wie bei
vielen
Originalen
bildet der Wehrnagel als Niet einen Formschluß
zwischen
Kreuz und Klinge.
Lange Messer (Aluminium)
Die Aluminiummesser besitzen gegenüber den Stahlmessern
wesentlich
dickere
Klingen
und wiegen
zwischen
700 und
1100
g. Trotz des ähnlichen
Gewichts
und einer
vergleichbaren
Lage
des Schwerpunkts
unterscheiden
sie sich in der Bewegung spürbar
von den
Stahlmessern.
Auch die Aluminiummesser haben einen typischen Messergriff
mit seitlich
aufgenieteten
Griffschalen
aus Holz.
Mit den
Lacrossehandschuhen,
die wir
für das
Training
benutzen,
ist diese
Ausführung
allerding
deutlich
rutschiger
als ein
Schwertgriff
mit Lederbezug.
Holzstöcke
Stöcke aus Holz (vorzugsweise Esche) in allen erdenklichen Längen dienen uns als Dolch- oder Schwertersatz, wenn es darum geht, einfache Grundlagen wie z.B. die korrekte Hiebtechnik zu erlernen. Hierbei empfiehlt es sich, die Ober- und Unterkanten mit der Feile abzurunden und den Stock mit stabilem Klebeband zu umwickeln, um einem möglichen Splittern vorzubeugen. Längere Stöcke dienen uns als Ziel bei Hiebübungen.
Buckler
Buckler oder Faustschilde haben einen Durchmesser von etwa 30 cm und sind entweder aus Holz mit einem stählernen Schildbuckel, oder sie bestehen vollständig aus Stahl.
Der Buckler wird sowohl als Defensiv- als auch als Offensivwaffe genutzt und sollte entsprechend stabil sein. Stählerne Buckler mit einer Materialstärke von weniger als 2 mm haben sich als unzureichend herausgestellt.
Fechtmasken
Unser bevorzugter Kopfschutz ist eine Fechtmeistermaske, wie sie im Fechtsport benutzt wird, die ein besonders widerstandsfähiges Drahtgitter aufweist. Da der Hinterkopf jedoch völlig ungeschützt ist, ist es unabdingbar, selbst Hand anzulegen und die Maske mit einem entsprechenden Schutz auszustatten.
Halsschutz
Die Fechtmaske verfügt zwar bereits über einen moderaten Halsschutz, jedoch kann im Kampf leicht ein Schwert daruntergeraten und so den Kehlkopf gefährden. Um dies zu vermeiden ist ein Halsschutz, wie er z.B. beim Hockey üblich ist, unverzichtbar.
Handschuhe
Die Hände sind die dem Gegner nächsten Ziele und deshalb besonders gefährdet - entsprechend sorgfältig sollte auf angemessenen Schutz geachtet werden. Als besonders stabil bei dennoch großer Bewegungsfreiheit haben sich Lacrossehandschuhe herausgestellt.
Denkbar sind natürlich auch andere gepolsterte Handschuhe aus Stahl oder Leder.
Körperschutz
Als Schutz für den Oberkörper verwenden wir vorzugsweise
langärmelige, lederne Fechtmeisterwesten, die mit innen
liegender
Polsterung geliefert werden. Darunter kann ein Brustschutz
aus Kunststoff, wie er ebenfalls im Fechtsport Verwendung findet,
getragen werden. Desweiteren empfehlen sich leichte Unterarmschoner
aus dem Eskrima.
Zum Schutz von Hüfte und Oberschenkeln benutzen wir
Polstershorts
aus dem Inlinehockey, sogenannte Girdles. Häufig reicht hier die Juniorgröße,
die sich auch bequem unter einer Sporthose tragen läßt.
Gelenke, Unterarme und andere exponierte Körperstellen
werden durch moderne Protektoren unterschiedlicher Sportarten
geschützt, wie z.B. Lacrosse, Inline-Skating, Hockey etc.
Für Herren sollte ein Tiefschutz selbstverständlich
sein.