Transkriptionen | Johannes Lecküchner | Schnitte

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Vergiss nicht die Schnitte, zwei unten und zwei oben.

Hier spricht der Meister von den Schnitten und ihren Eigenschaften. Es gibt vier Schnitte. Die ersten zwei sind die oberen. Sie sind gegen die Fechter zu verwenden, die aus der Bindung gehen und mit dem Messer gerne zur anderen Blöße umschlagen. Dies bricht der Schnitt. Wenn er dir also mit dem Versetzen oder auf andere Weise auf deiner linken Seite an deinem Messer anbindet und dann mit dem Entrüsthau oder einem anderen Schlag zu deiner rechten Seite umschlägt, dann spring mit deinem linken Fuß auf seine rechte Seite aus dem Hieb, fall ihm mit der scharfen Schneide auf seinen Arm und drück ihn mit der Schneide von dir. Das sollst du immer ausführen, wenn er aus dem Versetzen heraus schlägt.

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Liegt er an deiner rechten Seite am Ohr während du von unten oder oben an seinem Messer liegst und will er dann zur anderen Blöße an deinem linken Ohr umschlagen, schneid ihn mit der kurzen Schneide innen in seinen rechten Arm. Das ist der zweite Schnitt.

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Die anderen beiden Schnitte sollst du gegen die Fechter anwenden, die mit aufgestreckten Armen einlaufen. Führe die Schnitte so aus: Wenn er dir am Messer anbindet, sei es mit dem Versetzen oder anders, fährt er dann mit den Armen auf und läuft dir zu deiner linken Seite ein, wende dein Messer, so dass der Daumen nach unten kommt und die scharfe Schneide unter sein Gehilz an seinen Arm. Drück mit dem Schnitt über dich.

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Läuft er dir auf deiner rechten Seite ein, wende dein Messer, so dass der Daumen nach unten kommt und die kurze Schneide unter sein Gehilz in seinen Arm. Drück mit dem Schnitt über dich. Damit hast du vier Schnitte. Wenn du damit umzugehen weißt, kannst du sie in allen Anbinden verwenden.

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Will er aus der Bindung rücken, sollst du ihm die Hand drücken.

Hier erklärt der Meister, wie man von einem Schnitt in den anderen wechseln soll. So ist es zu verstehen: Wenn du ihm auf seiner rechten Seite angebunden hast, ihr liegt beide im hängenden Ort auf der selben Seite und er will umschlagen, schneid ihn indes mit der kurzen Schneide über dir an seinen Arm. Wende dein Messer auf seinen Arm um und schneide mit dem oberen Schnitt über den selben Arm.

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Läuft er dir auf deiner rechten Seite mit aufgestreckten ein, dann winde ihm dein Messer mit der kurzen Schneide unter sein Gehilz an seinen Arm und drücke fest über dich. Gehe auf seine linke Seite und lass das Geholz unten durchgehen, wende das Messer mit der langen Schneide über seinen Arm in den oberen Schnitt und drück ihn von dir. Du kannst ihn auch in den Hals oder in die Brust schneiden, je nachdem, wie er zu dir steht.

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Die Hand will er schneiden, das Messer nehmen sollst du nicht meiden.

Hier erklärt der Mehrer der Künste, wie man den Schnitt brechen soll. So sollst du es verstehen: Schneidet er dir von außen in deinen rechten Arm, lass indes dein Gehilz und deine Hand auf seinem Schwert und greif mit deiner linken Hand oben in sein Gehilz hinter seiner Hand und reiß stark auf deine rechte Seite.

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Schneidet er dir die Hand, sei dir der Ellenbogenstoß bekannt.

Hier erklärt der Meister einen weitern Bruch gegen den Schnitt. So sollst du es verstehen: Willst du zu seiner rechten Seite umschlagen und schneidet er indes von außen in deinen Arm oder deine Hand, dann stoß indes mit deinem rechten Ellenboge auf der selben Seite, wo er dich schneidet, auf sein Messer und schlag ihm dir zugewandt die kurze Schneide auf den Kopf.

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Schneidet er die Hand bloß, lauf gewappnet über und stoß.

Hier lehrt der Meister einen weiteren Bruch gegen die Schnitte. Schneidet er dir von außen über den Arm wie zuvor, dann fahr mit dem Gehilz auf sein Messer, fall mit deiner linken Hand in die Mitte deines Messers, und stich ihm gewappnet zum Gesicht.

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Schnitt innen, geh mit der Schwäche durch, überbinde Hieb, Stich ins Gesicht.

So sollst du es verstehen: Schneidet er dir innen in deinen rechten Arm, dann winde dein Messer gegen seines, so dass die lange Schneide oben steht und die kurze zu dir. Senk den Ort zur Erde und geh mit der Schwäche unten durch auf seine rechte Seite und mit der kurzen Schneide auf sein Messer. Schlag ihm indes mit der langen schneide auf der selben Seite zum Kopf.

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[Abbildung ohne Text]

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108 r

 

Schneidet er die Hand innen, stoß die Hand, den Hieb kannst du gewinnen.

Hier lehrt der Meister einen weiteren Bruch gegen den inneren Schnitt. Schneidet er dir innen über deine Hand oder deinen Arm, stoß seinen rechten Arm indes mit deiner linken Hand nieder und schlag ihm mit der langen Schneide zum Kopf, so wie es unten abgebildet ist.

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Wird die Hand innen geschnitten, geh durch nach rechts, stoß hart mit langem Ort.

Hier lehrt der Meister einen weiteren Bruch gegen den Schnitt von innen. Wenn er dich innen in den Arm schneidet, lass indes dein Messer sinken und wechsel im langen Ort auf auf seine rechte Seite durch. Stich ihm auf dieser Seite zum Gesicht. Triffst du ihn nicht mit dem langen Ort, dann geh nahe an ihn heran und winde ihm den hängenden Ort auf der gleichen Seite ins Gesicht.

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Deine Schneide lehr wenden, den Ort damit senden.

Hier erklärt der Meister ein Stück aus den Schnitten. Wenn du den Schnitt auf seine rechte Seite gemacht hast, winde indes dein Messer gegen seins und stich ihm mit dem hängenden Ort zum Gesicht oder auf der gleichen Seite über seine Arme.

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In den anderen Schnitt, Ort arbeitet immer mit.

Hier lehrt der Meister, wie man den zweiten Schnitt brechen soll oder wie man den Ort im den zweiten Schnitt gebrauchen soll. Schneidest du ihn innen in seinen rechten Arm, wende indes dein Messer an seinem Arm und stich ihm den hängenden Ort zum Gesicht wie unten abgebildet ist. Damit hast du den Stich aus dem zweiten Schnitt.

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110 r

 

Mach den Stich aus dem dritten Schnitt. Wenn du mit der langen Schneide von unten nach oben auf der Seite schneidest oder den Arm auf seiner rechten Seite und du mit dem Gehilz am höchsten kommst, senk ihm indes den Ort unter seine Achsel oder Brust.

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110 v

 

Mach den Stich aus dem vierten Schnitt. Wenn du ihn an seiner Brust oder innen in seinen rechten Arm geschnitten hast, fahr ihm indes mit dem langen geraden Ort auf seiner linken Seite zum Gesicht.

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