Transkriptionen | Johannes Lecküchner | Verhängen

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Es gibt vier Verhängen, lern Hieb, Stich und Schnitt daraus zu erkennen.
In jeglicher Art, die Huten weich oder hart.

Hier erklärt der Meister, wie du die vier Verhängen im Masser ausführen sollst und wie sie genannt werden. Daher benennt er ein jedes mit Namen, eins nach dem anderen.

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Das erste ist der Eber von beiden Seiten. Das zweite ist der Stier, ebenfalls von beiden Seiten. Darin sollst du sehr geübt sein, damit du daraus viele Dinge verrichten kannst. Du sollst auch wissen, dass von den vier Verhängen zwei oben sind und zwei unten. Wie sie genannt werden, hast du oben gehört. Aus den vier Verhängen sollst du acht Winden vollbringen, und diese acht Winden sollst du so bewegen, dass du aus jedem Winden einen Stich, einen Hieb oder einen Schnitt ausführen kannst. Das sind die vier oben beschriebenen Winden.

So wendest du das zweite, das oberes Verhängen mit zweierlei Winden an. Wenn du im Zufechten zu ihm kommst, dann stehe im Stier auf deiner linken Seite. Schlägt er dann oben zu deiner rechten Seite, dann winde die lange Schneide gegen seinen Hau an sein Messer und stich ihm oben zum Gesicht. Das ist wieder ein Winden. Versetzt er den Stich dann zu deiner rechten Seite, dann bleib an seinem Messer und winde mit der Fläche an seinem Messer wieder in den Stier auf deiner linken Seite und stich ihm auf seiner linken Seite oben zum Gesicht, so dass im Stich die stumpfe Schneide unten steht. Damit hast du zwei Winden an seinem Messer, wie oben gemalt ist.

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  Beachte nun, wie du aus den vier Verhängen acht Winden ausführen sollst. Das erste odere Verhängen hat zwei Winden. So führst du es aus. Wenn du mit dem Zufechten zu ihm kommst, dann stehe im Stier auf deiner rechten Seite. Schlägt er dann oben zu deiner linken Seite, dann winde die kurze Schneide gegen seinen Hau an sein Messer, wieder in den Stier. Das ist ein Winden. Versetzt er den Stich dann von seiner linken Seite, dann bleib am Messer und winde wieder auf deine rechte Seite, wieder in den Stier und mit der Fläche an seinem Messer. Stich ihm oben zum Gesicht. Das ist ein Verhängen von der rechten Seite mit zwei Winden an seinem Messer. top

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Du sollst auch wissen, dass aus den unteren zwei Verhängen, also dem Eber auf beiden Seiten, [auch vier Verhängen] auch vier Winden mit all ihren Arten geschehen, so wie aus den oberen. Das sind die acht Winden. Wannimmer du windest, denke in jeglichem Winden an den Hieb, an den Stich und an den Schnitt. Damit weden aus den acht Winden also vierundzwanzig. Aus welchen und gegen welche Stücke, welche Hiebe, Stiche oder Schnitte du den Hau und den Schnitt führen sollst, darin bist du zuvor in gutem Ausmaß unterrichtet worden.

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