Transkriptionen | Johannes Lecküchner | Winden

« zurück zur Übersicht

211 v

 

Willst du ihn betrügen und du hast's unten liegen,
winde links, geh durch im Winden, Hieb, Stich und Schnitt lern finden.
Zum Kopf, zum Leibe, was du begehrst, das treibe.
In jeglicher Art, prüf weich oder hart.

Hier schließt der Meister und Vermehrer der Kunst mit dem letzten Stück und seinen Eigenschaften. [Wdh.V.] Wenn ihr beide im krummen Versetzen auf deiner rechten Seite angebunden habt und du liegst unter seinem Messer, winde dein Messer indes auf seine linke Seite zu seiner Blöße und winke stark zu selbiger. [Fortsetzung nächste Seite]

top

212 r

 

[Fortsetzung von vorheriger Seite] Es wurde also gesagt, dass du ein wenig nach der Blöße greifen sollst. Geh von seiner linken Seite schnell mit dem Messer vor deinem Körper mit gesenktem Ort durch auf deine linke Seite. Schlag ihm auf seiner rechten Seite zum Kopf oder setz ihm den Ort in sein Gesicht oder zu seiner Brust.

top

212 v

 

Liegst du also auf seiner rechten Seite und er ebenfalls auf der selben wie zuvor, wende dein Messer indes unter seinem Messer ganz nach unten herum, so dass du ihn auf seiner rechten Seite mit der kurzen Schneide oder Fläche ein wenig an der Schulter berührst. Geh mit dem Messer indes mit gesenktem Ort zwischen euren beiden Seiten oder Körpern durch, wobei die lange Schnweide vorausgeht. Setz ihm den Ort indes an seine Brust oder schlag ihm mit der kurzen Schneide zu seinem linken Ohr. Halt dein Messer immer vor deinen Kopf und mit dem Gehilz über dir, wobei der Daumen unten auf der Fläche des Messers liegt.

top

213 r

 

Liegst du auf seiner rechten Seite auf seinem Messer und er steht quer im hängenden Ort, dann winde die kurze Schneide indes stark auf seinen Kopf und fahr mit dem Gehilz hoch auf. Wenn er mit dem Verstzen hinterherschnellen will, dann schlag ihm indes auf seiner rechten Seite mit der kurzen Schneide quer zum Ohr.

top

213 v

 

 

top

214 r

 

 

top

214 v

 

 

top

215 r

 

 

top

215 v

 

 

top

216 r

 

 

top

216 v

 

Du sollst unmittelbar merken, ob er weich oder hart im Versetzen ist. Beachte die Schwäche und die Stärke, und vor allem sollst du das Wort indes nicht vergessen. Was das Vor und das Nach ist, darin bist du zuvor unterrichtet worden. Nun sollst du wissen, was das Wort indes bedeutet. Wenn du spürst, ob er weich oder hart im Versetzen ist, dann achte darauf, dass du indes arbeitest. In allen Stücken, sobald du die Merkmale der Handlungen erkennst, die gegen dich angebracht und ausgeführt werden oder die du gegen jemanden machst, dupliere indes, mutiere indes, lauf indes durch, schließe indes ein, nimm indes den Schnitt, ringe indes, nimm indes das Messer, pnehme indes, geh indes durch, lauf indes durch, tu indes was dein Herz gegehrt. Indes ist ein scharfes Wort, mit dem die Meister hart geschnitten werden. Zu allererst jene Meister, die das Wort indes weder kennen noch verstehen. Damit hast du sogar genau in diesem Buch den größten Teil der Kunst des Messers und des großen Ursprungs.

Somit hat Herr Hans Lecküchner von Nürnberg das Buch verfasst, angefertigt und beendet. Gott gebe ihm den heiligen Segen, vergebe ihm Übel, Schuld und Sünde, erweise ihm seine barmherzige göttliche Gnade und Hilfe, Amen.

[Absatz im Buch auf Latein] Der Inhalt wurde durch mich, Herrn Johannes Lecküchner, zur Zeit Pfarrer in Herzogenaurach, im Jahre 1478 verfasst. Dieses Buch jedoch wurde geschrieben und in der Nacht des Heiligen Sebastian des Jahres '82 fertiggestellt.

top

« zurück zur Übersicht